Risiken für Konzerne und KMUs durch CMS

Eine Vielzahl erfolgreicher deutscher Unternehmen verwenden hauptsächlich Content Management Systeme zur Auslieferung ihrer Webpräsenz und setzt dabei auf CMS Produkte wie: AEM (Adobe Experience Manager), Sitecore, Liferay Portal oder FirstSpirit. Diese Varianten der Auslieferung bietet den Fachbereichen und Marketingabteilungen neue Möglichkeiten zur Kontrolle der Webseiteninhalte, Seitenaufbau, Navigationsstruktur, Steuerung von Marketingkampagnen und Asset-Verwaltung. Neben den vielen Vorteilen werden im Entscheidungsprozess der IT-Architektur jedoch häufig wichtige Aspekte vernachlässigt, welche sich erst bemerkbar machen, wenn Implementierungsprojekte für ein CMS angelaufen, mitten in der Implementierungsphase oder umgesetzt sind. Da viele unserer Kunden auf die genannten Systeme setzen, sind diese Unternehmen häufig mit geringer interner Erfahrung konfrontiert, um CMS Projekte modern, langfristig und skalierbar zu implementieren. Hierbei ist nicht nur die erste Inbetriebnahme des CMS relevant, sondern auch die permanente Weiterentwicklung und Anpassung von Komponenten an neue Business-Anforderungen.

Herausforderungen im Recruiting

Webentwickler im deutschsprachigen Raum, bauen ihre Kernkompetenzen häufig in Bereichen von modernen Frontend-Technologien wie REACT oder Angular auf und setzen bei der Implementierung von Backend-Services auf Node JS oder Java Frameworks, wie etwa Spring Boot. Da die Hersteller ihre CMS-Produkte jedoch über mehrere Jahre entwickelt haben und neue Versionen meist aufeinander aufbauen, basieren diese häufig auf älteren, unpopulären Technologien wie OSGI, Java Spring und Java Server Pages. Das Arbeiten am CMS verliert dadurch für viele interne Softwareentwickler an Flexibilität und Attraktivität und demzufolge sinkt deren Produktivität und Zufriedenheit.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken können Unternehmen drei Lösungsszenarien berücksichtigen, um die Produktivität ihrer Entwicklungsteams sicherzustellen. Aufgrund unserer umfangreichen Erfahrung im CMS- und Webumfeld, für unsere Kunden wie Automobilhersteller, Banken und Versicherungen, empfehlen wir besonderer Beachtung der Variante: Integration moderner Frameworks.

CMS Coaching

Schulungen und andere Formen der Weiterbildung sind, für interne Teams, immer eine sinnvolle Möglichkeit technisch und organisatorisch besser zu werden. Hier ist jedoch, neben der Qualität des Coachings, die intrinsische Motivation der Mitarbeiter der entscheidende Erfolgsfaktor. Wird die IT-Architektur auf eine CMS-Technologie festgelegt, welche nicht mit den Entwicklungsteams diskutiert wurde, stößt es bei den beteiligten Personen oft auf Ablehnung und der Erfolg ist für das Projekt gefährdet.
Dieses Problem konnten wir in mehreren Konzernen und Projekten beobachten. Durch die Verwendung unterschiedlicher Technologie-Stacks in den Teams und Abteilungen, konnten die entsprechenden Product Owner die Softwareentwickler nur schwer für eine Weiterbildung begeistern, was zur Folge hat, dass Weiterbildungen erfolglos durchgeführt werden oder gar nicht erst zustande kommen. Deshalb ist es dringend erforderlich die Lernbereitschaft und Motivation Ihrer Mitarbeiter zu prüfen und zu fördern.

CMS Alternativen

Eine Möglichkeit welche häufig von Mitarbeitern mit technischem Fokus diskutiert werden, ist der generelle Verzicht eines CMS und der Umstieg auf nicht pflegbare Webapplikationen, wodurch moderne Technologien verstärkt zum Einsatz kommen können. Besonders Single Page Applikationen (SPA) gepaart mit Microservices sind beliebte Technologie-Stacks auf Seiten der Entwicklungsteams. Hierbei werden den Autoren jedoch sämtliche Einflussmöglichkeiten genommen und Änderungen an Seitenstrukturen oder Inhalten sind stets mit einem Deployment und der Zuarbeit von Entwicklern verbunden. Eine Zwischenlösung bietet dort die Integration eines Headless-CMS, welches den Content der Autoren über eine Schnittstelle bereitstellt und von der SPA konsumiert werden kann. Dort können neben Texten, Verlinkungen und Assets auch Konfigurationen für das Webtracking hinterlegt werden, wodurch die Einflussmöglichkeit der Marketingabteilungen gewahrt bleibt. Der Nachteil dieser Lösung ist jedoch der mangelnde Funktionsumfang, welcher vom Headless-CMS mitgebracht wird und einen größeren Aufwand der Implementierung nach sich zieht. Bei der Analyse dieser Variante sollten die Anforderungen der Marketingteams und den Fachbereichen besonders aufmerksam geprüft werden.

Integration moderner Frameworks

Die effektivste und beliebteste Methode, welche wir in den vergangenen Jahren in mehreren Unternehmen umgesetzt haben, ist die Integration moderner Frontend-Technologien in das verwendete CMS. Welches Framework hierbei zum Einsatz kommt hängt stark von dem bestehenden Know-How des internen Entwicklungsteams ab. Sollten innerhalb des Unternehmens bereits Single Page Applikationen existieren oder anderweitige Erfahrungen mit React, Angular oder Vue.js gemacht wurden, macht es Sinn auf den vorhandenen Erfahrungen aufzubauen und dieses Framework als Grundlage für die CMS-Entwicklung zu verwenden.
Die Art und Weise mit der wir diese Integrationsform bei unseren Kunden eingeführt haben bietet weiterhin enorme Flexibilität, so dass problemlos unterschiedliche Frameworks in das CMS eingebunden und auf der gleichen Seite verwendet werden können, ohne dass ein erkennbarer Unterschied für User oder Autoren besteht. Somit können unterschiedliche Teams mit React und Angular am gleichem Produkt arbeiten. Sollten mehrere Frameworks verwendet werden, ist es wichtig im Vorfeld gemeinsame Software-Komponenten zu identifizieren und diese in externe Packages auszulagern, welche von den Teams als Abhängigkeit verwendet werden können. Gängige Beispiele hierfür sind Styles, Analytics-Komponente und Aufrufe von externen Services.

AEM_REACT
Integration von React und Angular im Adobe Experience Manager (AEM)

Da die Softwareentwicklung für Content Management Systeme, aufgrund der externen Konfiguration durch Autoren wesentlich komplexer ist als die Entwicklung einer reinen SPA, ist es sinnvoll auf externe Beratung und technische Unterstützung zurückzugreifen, um technische Schulden in der Aufbauphase zu vermeiden. Hierbei ist es wichtig einen Partner zu wählen, welcher umfangreiches Wissen in Integrationsprojekten von CMS und SPA-Frameworks vorweisen kann. Nach erfolgreicher Integration und Sicherstellung der Skalierbarkeit, können interne Entwicklungsteams mit minimalen CMS Kenntnissen eigene Komponenten in ihrem bevorzugten Technologie-Stack entwickeln.
Durch diesen Lösungsvorschlag konnten unsere Kunden sowohl die Anforderungen ihrer Fachbereiche erfolgreich sicherstellen, als auch den Entwicklungsteams eine moderne und produktive Arbeitsumgebung bieten.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch um den langfristigen Erfolg Ihrer CMS Architektur zu sichern.

Über den Autor:
Tony Schumacher ist Gründungsmitglied der Technologieberatung Teclead. Er und sein Team verhelfen deutschen Konzernen zur Erreichung ihrer unternehmerischen Ziele, durch die Beratung und Umsetzung skalierbarer CMS- und Web-Projekte